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November 2003

29.11.2003 Der letzte Konferenztag in Linz. Ich habe mit meinem alten Freund Mart Laanpere aus der Pädagogischen Universität Tallinn insgesamt vier Workshops - je zwei Stunden - geleitet. Heute hatten wir eine Videokonferenz mit LehrerInnen aus Estland. Ihre Aktivität im Gebrauch der Projektmethode im Internet ist beeindrucksvoll. Sie schlossen während der virtuellen Sitzung ganz viele neue Kontakte mit KollegInnen in vielen Ländern. Ich habe keine Ahnung, ob Videoconferencing in Finnland für Internationalisierung der Schulen benutzt wird.
28.11. 2003 Zwei Tage aktive Arbeit an der COMPACT -Konferenz in Linz. Workshops gestern und heute. Früh am Morgen musste ich in die Klinik, wieder eine Entzüundung im Zahnfleisch. Pech :-(. Antibiotika, schon das zweite Mal. Hoffentlich wird es mit Medikamenten besser gehen.
26.11. 2003 In Linz. Viel wärmer als zu Hause. Die Vorbereitungen der COMPACT-Konferenz verlangen eine ganz schöne Menge Arbeit. Einige Referenten sind krank geworden und kommen nicht. Also müssen wir ihren Einsatz ersetzen. Morgen fährt es los :-)!
24.11. 2003 Meine Reise nach Linz, ?sterreich, findet vom 25. bis zum 30.11. statt. Von Linz fahre ich direkt nach Bonn, Deutschland, und bleibe dort vom 1. bis zum 2. 12. Am Mittwoch, den 3. 12. werde ich in meiner Schule in Vihti wieder Unterricht geben. Eine ganze Menge Arbeit alles ordentlich vorzubereiten. In Linz soll ich auf Englisch , in Bonn wiederum auf Deutsch präsentieren. Ich bin gespannt, ob alles gut klappen wird. In der Muttersprache wäre alles so viel leichter ;-).

23.11. 2003 Das Geburtstagsfest der Enkelinnen. Sie wurden stolze vier Jahre alt. Es war wunderbar, dass so viele Verwandte an dem Fest mitmachten. Auch die Gro?gro?eltern waren mit dabei, trotzdem dass Viljo schon 87 und Sirkka 83 sind.

20.11. 2003 Ich wurde mit dem Länderbericht "Ganztagsschule und neue Medien " fertig, den ich am 1. 12. im internationalen Workshop von Schulen-ans-Netz, der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstatten soll. Den Text schickte ich auch der Professorin Lea Pulkkinen, die für das Projekt MUKAVA der Universität Jyväskylä zuständig ist. Im Projekt wird auch die Ganztagsschule experimentiert, in sechs Schulen in Finnland. - Hoffentlich kommt sie mit meinem Deutsch klar ;-).
19.11. 2003 Mein Geburtstag. Ich bereitete mich für den Workshop in Bonn 1-2. Dezember vor.
16.11. 2003 Dass die Lehrkraft in den finnischen Schulen meistens weiblich ist, ist mir nicht neu. Was mich aber überrascht hat, war die Information über die heutige Situation der Universitäten. Zwei Drittel von den Studenten sind weiblich. Derselbe Trend wird schon in den Sekundarstufen II sichtbar. Warum so? Sind die meisten Jungen zu dumm, an einer Uni zu studieren? Oder haben die Jungen keine Lust dazu? Oder haben die Jungen in den Grundschulen keine richtigen Herausforderungen? Versteht die Deutschlehrerin vielleicht nicht, dass das Thema Moped dem Jungen interessanter ist als das Thema Hausarbeiten ;-)?
13-14.11. 2003 Der zweite Teil des LIP 2 -Seminars in Savonlinna Finnland. Sprachlehrerinnen aus Ost- und Südfinnland haben sehr aktiv an der Fortbildung mitgemacht, wo ich ihnen der Gebrauch des E-Journals als Internet-Tool und das Basiswissen der kollaborativen Projektarbeit im Internet beigebracht habe. Ihre Schüler machen transnationale Partnerprojekte in 11 verschiedenen E-Journalen, z.B. in denjenigen von Dafnord .
12.11. 2003 Zahnschmerzen :-(. "Eine Entzündung im Zahnfleisch", sagt meine Zahnärztin. Schmerztabletten und Antibiotika. Heute Abend fahre ich jedenfalls nach Savonlinna, um den zweiten Teil des LIP 2 -Kurses zu leiten. LIP=Lerne Internet-Projekte praxisnah. Ich hoffe, dass alle Deutschlehrer Partnerprojekte auch nach der Fortbildung weitermachen :-). Dafnord ist dabei wichtig, weil es die fortgebildeten Lehrer noch im beruflichen Alltag gemeinschaftlich unterstützt.
11.11. 2003 Mein Schüler Tuomas Nieminen in Nummela Sekundarstufe II machte mir einen interaktiven Fragebogen, wo die Einstellungen der Deutschlehrer zu neuen Medien und zum computervermittelten DaF-Unterricht untersucht werden.
10.11. 2003 Ich hatte Korrespondenz mit Rumi Vojnova aus Bulgarien. Sie möchte gern den Gebrauch des E-Journals lernen. Wenn ich ihr eine PartnerIn für
den 3. LIP-Kurs 29-30.1. 2004 finde, hat sie eine Chance. Es ist ihr nicht einfach Fortbildung zu kriegen, das Lehrergehalt ist dort rund 135 Euro im Monat. Zum Glück ist der Ausgangspunkt in IKT nicht am wichtigsten, sondern der Wille etwas Neues zu lernen.
9.11. 2003 Ganztagsschule ist in finnischen Schulen noch kein Thema, obwohl man schon sehen kann, dass die Einführung der neuen Medien auch gro?e organisatorische Veränderungen mit sich bringt. Sowohl gro?e geistige als auch wirtschaftliche Ressourcen müssen ins Spiel gestellt werden. Man hat noch ganz wenige praktische Schritte Richtung Ganztagsschule gemacht. Die finnische Regierung hat zwar ein neues Gesetz vorbereitet, die die Verantwortung des Staates für die Nachmittagsfürsorge der Erst- und Zweitklässler (7-8 Jahre alt) anerkennt.
8. 11. 2003 Heute fuhren wir nach Lahti, um meine Mutter und unsere Schwiegereltern zu sehen. Meine Frau schenkte ihrem Vater Viljo, 87, das Buch "Todesdivision" von Anatoli Gordijenko, denn morgen ist der Vaterstag. Natürlich habe ich das Buch gewählt, weil ich den literarischen Geschmack meines Schwiegervaters so gut kenne ;-). Das Buch erzählt von den 105 Tagen des Winterkriegs 1939-40, aus dem Sichtpunkt der russischen Soldaten. In demselben Krieg verwundete sich mein Vater Niilo von Granatsplittern im Scheitel, Rücken und Ellenbogen, in der Schlacht bei Summa. Als Kind wunderte ich mich über die Narben. Seit 1981 lebt mein Vater nicht mehr. - Guten Vaterstag für sie alle, auch für die Gegner.
7.11, 2003 Ich besuchte die CREO-Messe in Helsinki, das Kontaktforum für Schulleiter und interessierte Leute. Kein Gedränge, vielleicht sind die Schulleiter schon genügend informiert. Pentti Maijanen aus dem Unterrichtsministerium sprach über Jahrtausendziele der Entwicklung. Mit einer Perspektive von 996 Jahren kann man auch schon eine Art Entwicklung voraussetzen, dachte ich. Nach seinem Vortrag stellte ich dem Unterstaatssekretär Maijanen eine Frage nach der Internationalisierung der Schulen, die er auch beantwortete. "Wissen Sie", kommentierte eine Frau neben mir ein bisschen erstaunt, "die Unterrichtsverwaltung hat Geld für die Internationalisierung der Schulen schon lange gegeben". "Ja, wei? ich", erwiderte ich.
6.11. 2003 Um ein bisschen Adrenalin in meine Adern zu pumpen, schrieb ich heute früh folgendes: In Finnland ist es ein Problem, dass die DaF-LehrerInnen ganz wenig diskutieren. Der ?bergang zu neuen Medien ist letztendlich sprachdidaktisch. Um sprachdidaktische Einstellungen der DaF-LehrerInnen zu verändern, hilft hier auch keine Fortbildung. Nach den Fortbildungsereignissen kehren die LehrerInnen meistens zu ihrem alten Unterrichtsstil zurück. Die Schulen sind fast der einizige Platz, wo das möglich ist. In Handel, Industrie und Verkehr haben die Beschäftigten in Finnland keine Möglichkeit zu der Regression mehr; sie müssen sich die neuen Arbeitsmethoden aneignen, um aus den Jobs nicht ausgeschmissen zu werden. Weil der ?bergang in den Schulen hinkt, muss man Beschäftigte später in Jobs zu computervermittelten Arbeitsmethoden fortbilden. Es wäre natürlich produktiver und volkswirtschaftlich besser, dass die Kinder diese Methoden schon in den Schulen lernen. Den Kindern ist das Lernen an Computern äu?erst leicht - nur die LehrerInnen sind hier eine grö?ere Herausforderung, höflich gesagt ;-)!
4.11. 2003 Die Batterie meines alten Handys, Ericsson, wurde tot, total tot :-(. Es lohnte sich nicht, eine neue Batterie für das alte Handy zu kaufen, weil ich mit demselben Geld schon ein neues Handy kaufen konnte. Diesmal war es kein Ericcson sondern Nokia. Lass mal sehen, ob Nokia ebenso langlebig sein wird wie das alte gute Ericsson-Ding ;-).
1.11. 2003 Ich war mit unserem Niko, 33, im Fu?ballstadion von Helsinki, wo die Cup-Finale 2-1 zugunsten von HJK Helsinki entschieden wurde. Unser Favorit war natürlich die Mannschaft von Allianssi, Vantaa, die verlor :-(. Wir meinten, dass der Schiedsrichter das Spiel entschied, und nicht die Mannschaften, weil er der Allianssi einen unverdienten Strafsto? in der zweiten Verlängerung verurteilte, der dann das "goldene Tor" zur Folge hatte.

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