Dezember 200329.12. 2003 Unsere Enkelinnen, die Zwillinge Jenni und Julia waren den ganzen Tag bei uns, weil der Kindergarten geschlossen war aber die Eltern einen Werktag hatten. Das Wetter war äu?erst schlecht, es regnete nur und war sehr windig. Also konnten wir nicht auf den Hof gehen. Die Vierjährigen hatten aber keine Probleme, die Zeit drinnen im Haus gut zu verbringen. Nur dass unser Haushalt am Abend, als ihre Mutter sie holte, wie nach einem Hurrikan aussah ;-).
28.12. 2003 Das Wetter ist wirklich schlecht :-(. Es regnet nur, der Schnee ist bald wieder weg. Dazu sind die Stra?en so glatt, dass man immer in Gefahr ist, einem einige Knochen zu brechen. Die Sonne hat man schon vergessen. Ein paar Stunden um den Mittag sind einigermassen hell, sonst herrscht Dunkelheit. Ein vietnamesischer Einwanderer, der sich - als ein höflicher Asiat - sonst keine Kritik gegen Finnland ausdrücken wollte, erwähnte nur vorbei, dass er sich hier wie in einem Kühlschrank fühlt. Unzweifelhaft auch dunkel, wenn die Tür geschlossen ist ;-).
26.12. 2003 Der zweite Weihnachtstag schon. Die Temperaturen wechselten äu?erst schnell. Am Heiligen Abend hatten wir viel Schnee und Kälte, jetzt sind die Temperaturen wieder gestiegen, bis zu einigen Plus-Graden. Gestern Abend hatten wir ein gro?es Familientreffen, als meine Tante Pia und mein Vetter Esa-Pekka mit seiner Familie uns besuchten. Wenn auch unsere eigene Familie mit dabei waren, hatten wir insgesamt 15 Leute bei uns. Sehr gemütlich :-).
21.12. 2003 Ich zitiere heute Annie Ring Knudsen, meine Bild-Partnerin aus Dänemark: "Auf vielen Schreibtischen steht die Kerze neben dem Computer, beide zur Freude ;-))) Also, Kopf hoch! Dass wir im 'Bild'-Projekt schon vor Neujahr 109 Projekte gebildet haben, geht in die richtige Richtung! Genie?e die schöne Weihnachtszeit, du alter Ateist, und versuche trotzdem 'die Kerze' zu sehen, mindestens in den Augen deiner Zwillinge!! Herzlichst @nnie" - Ateist, tja-a? Mir sind alle Religionen gleich lieb. Und ich genie?e echt die evangelischen Traditionen zu Weihnachten, die man mir als Kind erzog :-). Zwei Kerzen haben wir schon am 6.12. am Fenster angezündet :-).
20.12. 2003 Ich glaube, alle KollegInnen haben schon die Weihnachtsferien vor. Ein bisschen Zeit, sich von der Hektik des Arbeitslebens auszuruhen. Viele meinen, dass die Computer in der Schule das Leben nur stressiger und unruhiger machen als früher. Also kein Segnen, sondern eine extra Anstrengung. Ich arbeitete selbst 1980-95 an einer Alternativschule in Helsinki, wo moderne elektronische Technologie gar nicht angewandt wurde. Das Kerzenlicht ist auch schön, aber würde es wirklich für die ganze Welt reichen?
19.12. 2003 Der letzte Schultag vor Weihnachten. Morgen früh das Weihnachtsfest der Schule. In der Weihnachtssketch der Lehrer spiele ich den einen von den zwei Räubern. Scheint meine angeborene Rolle zu sein ;-). Früher hatte ich einmal schon die Rolle des gemeinen Gastwirts im Weihnachtsschauspiel.
14.12. 2003 Ein vorweihnachtliches Treffen bei Jorma Häll, einem Cousin von mir. Meine Mutter hatte 9 Geschwister, mein Vater 13 Geschwister. Insgesamt 22 Tanten und Onkel, und etwa 60 Cousins und Cousinen. Beim heutigen Treffen sah ich etwa ein Dutzend von ihnen, mütterlicherseits. Die Anglosachsen lachen laut, wenn man den geborenen Familiennamen meiner Mutter ausspricht.
11.12. 2003 Die Sitzung des Dafnord-Beirats im Goethe-Institut Helsinki. Anwesend waren Saara, Eeva-Liisa, Leila, Antti, Knuth und ich. Kim ist mit seiner Doktor-Arbeit total beschäftigt, und Birgit hatte andere wichtige Angelegenheiten. Die Richtschnuren für unsere Arbeit im Frühjahr 2004 wurden festgelegt. Wir freuten uns über die Mitteilung von Dagmar Schäffer aus Athen, dass sie Dafnord gern als Mitglied des Comenius 3 -Netzwerks aufnehmen. Jean-Michel Boullier aus der EU-Kommission hatte mir in Linz empfohlen, diesen Antrag zu machen. Wirklich sehr vernünftig! Durch diese Verbindungen können wir unsere Arbeit viel verbessern. Im März 2004 wird das nächste Zusammentreffen in Athen sein.
9.12. 2003 Im Kindergarten feierten die Kinder das vorweihnachtliche Weihnachtsfest. Auch unsere Enkelkinder Jenni und Julia, 4, gehörten zu den Stars des Abends. Der Weihnachtsmann machte schon sein erstes Entree bei den Kindern. - Wie bist du gekommen, wenn es noch keinen Schnee gibt? fragten die Kinder. - Mit dem Auto, antwortete der Weihnachtsmann prosaistisch. Drau?en war es kalt und dunkel. Der volle Mond schien am Himmel. Hoffentlich kommt auch der Schnee bald :-).
8.12. 2003 Christoph Kodron, den ich in Bonn 1-2.12. kennen lernte, beschäftigte mich mit seiner Vorstellung des Deutschen Bildungsservers. Sein Text war etwas, was ich schon lange vermisst habe. Deswegen arbeitete ich eine halbe Stunde, um den Text auf die Website Dafnord zu erstellen. Wenn ich in Bonn ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich ihm zeigen können, wie man einen Artikel mit dem CMS Impressio ohne Schwierigkeiten macht. Na, wir hatten jedenfalls eine schöne Zeit bei einem Bierchen ;-).
7.12. 2003 Wir besuchten unsere alten lieben Leute in Lahti. Sirkka und Viljo bereiten sich für ihre Diamantenhochzeit am 26.12.2003. Sechzig Jahre in der Ehe miteinander, das ist etwas Mustergültiges für jüngere Generationen.
6.12. 2003 Heute feiert man Finnlands Selbständigkeit. Eine Geschichte von 86 Jahren. Was haben wir während der Selbständigkeit gelernt? 1918 - ein schrecklicher Zivilkrieg mit zigtausenden von Opfern. Die Lehre: die extremen Verhältnisse des Volkes führen zu extremen Erscheinungen. Danach hat man mit dem Aufbauen der Wohlstandsgesellschaft angefangen. Der Winterkrieg 1939 - ein kleines Volk gegen eine Gro?macht. Da haben wir die Bedeutung der einheitlichen Operationsfähigkeit gelernt. Wohlstandsgesellschaft und einheitliche Operationsfähigkeit trotz Meinungsunterschiede sind immer noch Grundpfeiler der Politik in diesem Land. Einig sind wir Finnen aber selten, lieber uneinig. Eine Menge Kreativität und strenge Selbstkritik sind unsere Stärken.
5.12. 2003 Der Zahn, dessen Wurzel kaputt war, macht mir keine Sorgen mehr - meine Zahnärztin hat ihn gestern Abend einfach weggezogen :-). Keine Schmerzen, keine Entzündung mehr, prima! - Wir feiern den Selbständigkeitstag 6.12. schon heute in der Schule. Und morgen können wir an der Glotze gucken, wie die schön angekleideten VIPs im Präsidentenpalast die Präsidentin begrü?en, tanzen und schwitzen. Mit dem Schwei? auf der Stirn müssen auch sie ihre Bowle verdienen ;-).
3.12. 2003 In der Schule wieder. Beim Mittagessen hatte ich Zeit, mit einigen Studenten unserer Sekundarstufe 2 zu sprechen, die für das Unterrichtsnetz in der Schule teils zuständig sind. Das Thema war unser Computerlab, wo wir nur 12 Computer haben. Die meisten von ihnen sollten wegen des Alters unmittelbar entfernt werden, meinten die Jugendlichen. Sie gehören zu der Klasse Pentium 1, und haben das Operationssystem NT 4, das nicht mehr von Microsoft unterstützt wird. Die Gemeinde hat den MS Schulvertrag. Also konnten wir die neusten OSs und Office-Programme benutzen, wenn nur die Rechner dazu fähig wären. Leider haben wir nun die alten Rechner mit 200 KHz -Prozessoren, die wir einmal vor Jahren von dem Gesundheitswesen der Gemeinde bekamen, nachdem das Gesundheitswesen sie nicht mehr benutzen konnte. Die Rechner sind - meint man wohl in der Gemeinde - doch gut genug für die intellektuelle Elite der jungen Generation, die in der Sekundarstufe 2 studieren. Na, was können wir in der Schule machen? Wir werden mit Lasse Utti, dem Schulleiter der Sekundarstufe 1 das sogenannte LTSP aufbauen, also ein System wo man Linux -Programme einführen kann. Da kann man auch alte Rechner als "dumb terminals" benutzen. Vielleicht brauchen wir dann neue Rechner nie kaufen, und die Gemeinde kann ihr Geld besser nutzen ;-).
1-2. 12. 2003 Zwei hektische Tage in Bonn. Das Thema "Ganztagsschule und neue Medien" wurde mir deutlich. Leider konnte ich aus dem Sichtpunkt der finnischen Schulen nicht viel Konkretes in meinem Länderbericht erzählen. Rainer Domisch aus der finnischen Unterrichtsverwaltung hielt einen schönen Vortrag, der die Sachen aus dem Sehwinkel der Behörden betrachtete. Er könnte aber auch nicht sagen, wie man die Ganztagsschule und neue Medien in ?bereinstimmung bringt. Ich hatte den Eindruck, dass die deutschen Veranstalter von uns mehr erwartet hatten als wir eigentlich als konkrete Beispiele geben könnten. Es war ihnen sogar schwer zu glauben, dass Finnland kein Wunderland ist, wenn es sich mit der Einführung der neuen Medien im Unterricht handelt.
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